St. Johannis Kloster auf der Holm

Gut versteckt hinter einer hohen Mauer aus Ziegelsteinen steht das St. Johannis Kloster, geweiht Johannes der Täufer. Es ist die besterhaltenen mittelalterliche Klosteranlage Schleswig-Holsteins, gegründet 1194 von den Benediktinerinnen direkt an der Schlei. Es ist eins der noch 2 erhaltenen Klöster in Schleswig, von fünf Klöstern. Hierher gelangt der Gast über den historischen und sehr schönen Holm.

Ca. 1536, nach der Reformation, ging die Klosteranlage an die schleswig-holsteinische Ritterschaft, die noch heute Besitzer der Anlage ist. Die das Kloster in ein Stift für unverheiratete und adelige Damen umwandelte.

Die Klosteranlage ist im romanischen Stil erbaut. Ein spätgotisches Sakramentshaus unter dem Altar aus dem Jahr 1715 ist erhalten, genau wie die Kanzel aus dem 18.Jh., gestiftet von König Friedrich V. Die Nonnenempore und der Stiftsdamenchor. Im Remter (Speise- und Versammlungssaal des Klosters) können die Besucher das Nonnenchorgestühl aus dem 13.Jh. und die alte Schrankorgel sehen. Der Klosterorganist und Komponist des Schleswig-Holstein-Liedes soll auf dieser Orgel 1844 das Lied erstmals vorgetragen haben. Bellmann Grabstein steht heute auf dem kleinen Klosterfriedhof. Es ist mit seiner Frau beerdigt.

Bis in unsere Zeit ist der Kreuzgang vollständig erhalten geblieben. Der Kreuzgang war der Raum für die Kreuz-Prozession.) Genau wie der Kreuzgang im Schleswiger Dom wird er „Schwahl“ genannt. Dies bedeutet „kühler Gang“. Der Begriff stammt aus dem Dänischen, gedeutet „svale“. Der Kreuzgang stammt aus dem 14.Jh., gebaut mit einem Kreuzrippengewölbe. Innerhalb eines Kreuzganges befand sich der Kreuzgarten. Hier pflegten die Bewohner Duft- und Heilpflanzen, unter ihnen wohl auch einen Apfel- oder Walnussbaum (für das Öl).

Im westlichen Teil des Kreuzganges befinden sich die ehemaligen Heizsteine der Nonnen. Ursprünglich waren die Platten im Remter in dem Fußboden eingelassen und dienten den Frauen als Heizung, befeuert aus dem Keller unter dem Remter.

Ebenfalls im westlichen Kreuzgang ist der Kerker des Klosters.

Heute finden Konzerte, Ausstellungen, Hochzeiten und Taufen in den historischen Gebäude statt. Die Anlage steht als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz.

In ummittelbarer Nähe befindet sich das Bibelzentrum mit dem Bibelgarten. Das Backsteingebäude diente lange Zeit dem Kloster  als Verwaltungssitz. Erbaut wurde das Haus 1745.

Zum Bibelgarten gehört ein Skulpturenpark, auf insgesamt ca. 2.000 qm. Im Gartenteil wachsen Pflanzen die in der Bibel erwähnt werden . Der Grundriss dieses Teils ist die Kreuzform, dessen Vorbild sind die Klostergärten des Mittelalters. Im hinteren Teil, im Skulpturenpark, unter alten Bäumen stehen Tiere der Bibel und Propheten.

Kirchturm mit besonderer Uhr
hübscher Eingang vorne
das Kloster hinten
oder verwunschen
Blick in den Innenhof
und in den Kreuzgang
dort sind der Kerker
und die Heizsteine