Stadtfelder Kirchhof oder Pfennigberg

Der sehr alte Begräbnisplatz liegt am Ende der Michaelisstraße auf einer Anhöhe. Er ist zum Teil mit einer Findlingsmauer, einer Hecke und hohen Linden eingefasst. Von der Straße aus erweckt er eher einen unscheinbaren Eindruck, man beachtet ihn kaum. Wenn der Besucher ihn betritt wirkt der Friedhof etwas aus der Zeit gefallen und nicht wirklich gepflegt, was jedoch seinen Reiz ausmacht.

Bereits 1618 wird der Friedhof als „neuer Friedhof“ in den Rechnungsbüchern der Stadtkämmerei erwähnt. In diesem Jahr wies Herzog Friedrich III an, eine Beerdigungsstätte für Arme, Fremde, Selbstmörder, Hingerichtete und Person die nicht christlich beerdigt werden dürfen (z.B. Scharfrichter) zu schaffen. Bei diesem Friedhof handelte es sich um eine reine städtische Stätte.

In den Akten aus dem Jahr 1620 wird beschrieben, dass die Bevölkerung den Friedhof angenommen hat. Im darauf folgenden Jahr, 1621, erbaute die Stadt den ersten hölzernen Glockenturm/Glockenhaus.

1625 konnte Einnahmen aus dem Glockengeld „vom Pfenningberg“ verzeichnet werden: für arme Leute 2 Schilling, sonst 4 Schillinge und für mittellose Menschen wurde „um Gottes Willen“ geläutet.

Im Jahr 1651 musste der Friedhof bereits erweitert werden.

In späterer Zeit fanden auch wohlhabendere Schleswiger hier ihre letzte Ruhe. So wurde der Gründer der Schleswiger Irrenanstalt (heute Fachklinik), Carl Ferdinand Suadicani hier beigesetzt.

Seit vielen Jahren steht hier auf dem Friedhof im Frühjahr eine große Blütenpracht.

verfallene Grabsteine
stehen mehr
oder weniger
Glockenturm
und Glockenblumen
Wall und Hecke schützen das kleine Stück Geschichte