Das Prinzenpalais in der Gottorfstraße

Das heutige Herrenhaus mit seinen beiden Seitengebäuden empfängt den Besucher mit einer leuchtend gelben Fassade. Über eine kleine Brücke gelangt der Gast in den gepflasterten Innenhof der Dreiflügelanlage die heute das Schleswig Holsteinische Landesarchiv beheimatet. Zuvor hat auf dem Gelände das zum 8. Quartier, dem Friedrichsberg, gehörte ein andere Bau mit Dienstwohnungen für die Gottorfer Amtsmänner gestanden.

Das Prinzenpalais gehört zu den schönsten historischen Gebäuden der Stadt. Erbaut wurde es seinerzeit für die Geheimrätin von Buchwaldt.

Das Gebäude zählt zu den Freihäusern. Besitzer solcher Freihäuser waren meist Adelige, die von den Steuer-Zahllast der Stadt befreit waren und auch nicht der Gerichtsbarkeit unterlagen.

Sie verkaufte das barocke Anwesen an den Hofmarschall Georg Heinrich von Görtz (zugehörig zur Adelsfamilie der von Schlitz). Die Fassade ist in dieser Zeit klassizistisch verändert worden. In seiner Zeit erhielt Anlage die noch heute erhaltenen Seitenflügel. Im Südflügel waren die Pferdeställe, im Nordflügel die Wagenremise untergebracht.

Woher stammt der Name?

Der Name lässt sich auf Prinz Friedrich von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (23.8.1800- 4./5.7.1865?) führen. Seine Mutter Louise Auguste von Dänemark kaufte 1831/32 die Güter Grünwohld und Noer. Aufgrund dieser Tatsache nannte er sich „Prinz von Noer“. 1864 bestätigte der österreichische Kaiser Franz Josef den Titel. Nach dem Tod seines Vaters Friedrich von Hessen-Kassel wurde Friedrich Statthalter von Schleswig Holstein. Er nutzte das Gebäude in der Zeit um 1848.

Was passierte später?

In der Zeit danach diente das Anwesen seinen Besitzern, z.B. Familie Flencker, als Hotel, ca. bis Ende 1950er. In einigen Kellerräumen entstand der Jazzclub „Jazz Dancing Club“. Wenig später wurde hier der „Jugend Club 60“ gegründet. Mit den Jahren entwickelte sich hier eine „Kifferhöhle“, wie er in der Stadt genannt wurde. Im Haupthaus fanden in den „Wilder 60er“ außerdem Spielhalle, Nachtclub und Filmvorführungen ein Zuhause.

Die Gebäude haben viele Besitzer und viele Gäste gesehen, unter anderen 1701 Zar Peter der Große und 1864 General de Meza.

1979 kaufte das Land Schleswig-Holstein das Anwesen das seit 1971 unter Denkmalschutz steht. Nach langer und großer Restaurierung zog das Landesarchiv hier ein.

Geht man seitlich um das imposante Gebäude herum, erblickt man den Pavillon. Die gußeisernen Säulen des Portikus sind aus dem späten 19 Jh. Sie wurden nach ihrer Restaurierung zu diesen Pavillon verbaut. In der Mittelachse des Palais steht er heute als „pout de vue“ und gibt einen kleinen Eindruck des ehemaligen, ursprünglichen barocken Parks wieder. Später wurde der Garten in einen Englischen Garten verändert.

Schild an der Brücke zum Gebäude
an dem rechten Seitenflügel
am Fuße des Pavillon
der Pavillon
Spiegelung im Graben
später Abend am Archiv