Willkommen und Ankommen in Schleswig

Willkommen in Schleswig in Schleswig-Holstein, meiner Wahlheimat.

Schleswig, auf Niederdeutsch „Sleswig“, auf Dänisch „Slesvig“, liegt an der Autobahn A7, an Bundesstraßen B 76 und B 201 und an der Schlei. Der Name dieser kleinen Stadt kommt aus dem Altnordischen und bedeutet etwa „Bucht an der Schlei“ oder „Hafen an der Schlei“.

Die Schlei ist 42 km lang. Sie ist ein Fjord oder eine Förde, dies ist wissenschaftlich nicht wirklich geklärt. Die Schlei teilt das Land zwischen Schleswig und der Ostsee in Angeln im Norden und in Schwansen im Süden.

Aber zurück zu Schleswig. Der Ort liegt am westlichen Ende der Schlei. Erstmalig wurde sie mit dem Namen „Sliasthorp“ in Jahr 804 erwähnt. „Thorp“ übersetzt sich mit Dorf.

Gegenüber der Stadt, am anderen Ufer liegt bzw. lag Haithabu. Die Wikinger-Siedlung wurde unter König Göttrik (Gudfred) zu einem bedeutenden Handelsplatz ausgebaut. Die Siedlung Haithabu stand in der Nähe des Ochsenweges bzw. des Heeresweges auf der Kimbrischen Halbinsel. 1066 zerstörten die Slawen die damalige Stadt. Ob Schleswig Nachfolger der Wikingersiedlung wurde oder bereits parallel existierte ist nicht restlos geklärt.

Im 13.Jh. verlor die Stadt ihre überregionale Bedeutung an Lübeck und später die regionale Bedeutung an Flensburg. Die Handelsschiffe waren zu groß geworden für die Schlei.

Heute hört man gelegentlich den Ausdruck „Justizhauptstadt“, da hier die Obergerichte, das Landesverfassungsgericht, Amtsgericht, Landessozialgericht und die Generalstaatsanwaltschaft ansässig sind.

Reist der Besucher mit der Bahn nach Schleswig, kommt er im Stadtteil „Friedrichsberg“ etwas am Rand der Stadt in südlicher Richtung an. Hier habe ich einige Jahre gewohnt.

„Drauß‘ vor Schleswig liegt ein Bahnhof…“ so heißt es in einem Spruch. Vor 150 Jahren war dieser in Schleswig immer wieder zu hören. Angelehnt an das Gedicht „Die Gottesmauer“ von Clemens Brentano in dem es heißt „Drauß bei Schleswig vor der Pforte…“.

1869 wurde der Bahnhof an den Stadtrand verlegt. Zuvor gab es einen Bahnhof auf dem heutigen Gottorf Kreuz. An diesem kam König Wilhelm im September 1868 bei seinem Besuch in Schleswig an.

Im Zusammenhang mit dem Bahnhofsbau entstand die Bahnhofstraße mit ihren für die Jahrhundertwende typischen Bauten. War doch zuvor der Kolonnenweg der Hauptverbindungsweg in die Stadt. Der Kolonnenweg stammt aus der dänischen Zeit.

Der „Staatsbahnhof“ wurde am 29.12.1869 an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Züge verkehrten in Richtung Süden nach Altona und in Richtung Norden bis Wamtrup an der damaligen dänischen Grenze.

1915 wurde mit dem Bau des heutigen Gebäudes begonnen und dieser zog sich einige Jahre hin. Das Gebäude ist in der Tradition der Heimatschutzarchitektur gebaut (Heimatschutzarchitektur steht etwa für regionale Baustoffe wie roter Backstein und Baustil zum Beispiel Dachform). Im Jahr 1867 wurde Schleswig zum Regierungssitz und Verwaltungshauptstadt der preußischen Provinz Schleswig Holstein. (Im Jahr 1864 verloren die Dänen den Krieg gegen Preußen, die mit Unterstützung der Österreicher kämpften.) Die Größe der Bahnhofshalle lässt sich auf den Umstand zurück führen, das Schleswig damals Provinzhauptstadt war. Nach dem 2. Weltkrieg musste Schleswig Kiel den Sitz der Landeshautstadt abtreten.

Das Bahnhofsgebäude steht heute unter Denkmalschutz.

Reist der Gast oder Einheimische heutzutage mit dem Regionalexpress in die Richtungen Flensburg/Neumünster, (weiter Richtung Hamburg) und die Richtungen Kiel/Husum, gingen die Bahnen 1865 von Schleswig aus nach Tönning – Husum – Oster-Ohrstedt – Flensburg. Im Jahr 1854 Oster-Ohrstedt – Klosterkrug – Rendsburg und 1858 Klosterkrug – Schleswig/Altstadt.

Über einen Damm (die heutige Gottorfstraße) fuhren die Pferdebahnen in den Friedrichsberg. Diese Pferdeomnibusse verbanden ab dem Jahr 1890 das Rathaus in der Altstadt mit dem der Taubstummenanstalt. Ab 1892 fuhren die Pferdebahnen dann bis zum Bahnhof. Später löste die Straßenbahn diese Bahnen ab. Heute stehen uns Linienbusse zur Verfügung.

Bahnsteig Richtung Norden
Unterführung zum Bahnsteig Richtung Süden
Blick vom Erdbeerenberg auf den Bahnhof