Zeitzeugen gesucht

Zeitzeugen gesucht FlyerFür das Buch Textiles Überleben in der Kriegs- und Nachkriegszeit suche ich noch Personen, die Ihre persönliche Erinnerungen erzählen.
Gesucht werden Erlebnisse aus den Jahren des Krieges und der anschließenden Zeit zu den Fragestellungen:
Wie machten Mütter, Großmütter oder Tanten es möglich, dass Kinder und Familie alle gekleidet waren?
Wo kam das Konfirmations/Kommunionskleid oder der Konfirmations/Kommunionsanzug her?
Wie kam frau zu ihrem Brautkleid?

Fallschirme, Zuckersäcke, Uniformen, Gardinen oder Wehrmachtsdecken, alles „Textiles“ wurde verarbeitet. – Erzählen Sie Ihre persönliche Geschichte.

Fragen Sie Ihre Eltern oder Großeltern und schreiben Sie mit an einem Buch, über den schweren Alltag jener Zeit. Helfen Sie mit Erinnerungen zu bewahren.

Auszüge aus den bereits vorhandenen Texten:

… Als mein Vater, also euer Urgroßvater Anfang 1946 aus der Gefangenschaft nach Hause kam trug er eine blaue Marineuniform sowie den dazu passenden Mantel. Die Ärmelstreifen und Abzeichen waren natürlich nicht mehr dran. Diese guten Sachen trug er noch ca. ein Jahr bevor er andere geschenkt bekommen hat. Heutzutage würde man sagen, dass es alte Klamotten sind und würde sie entsorgen. Damals aber hat meine Mutter den Anzug und den Mantel aufgetrennt und auf links für mich daraus eine lange Jacke genäht. Diese habe ich noch bis nach der Währungsreform 1948 getragen…

…Im nächstem Jahr 1946, sollte Elisabeth zur Konfirmation gehen. Gemeinsam überlegten ihre Mutter, die Bäuerin und andere Frauen was zu tun sei. Für schwarzen Stoff war kein Geld da. Die Entscheidung hieß: Elisabeth kann gut Spinnen und Stricken, sie macht sich ihr Kleid selbst. Einen Winter lang arbeitete sie an diesem Kleid. Es war wadenlang und mit einem Glockenrock. Das Oberteil, in linken Maschen, unterbrochen von einem Kreuz in Rechts. In Brusthöhe, wo sich das Kreuz traf, steckte am Tag der Konfirmation ein Myrtensträußchen. Das Kleid hatte nur einen Fehler: Es war weiß. Zu dem kurzärmligen Kleid strickte Elisabeth sich einen Bolero im Perlmuster. Diese Wolle war grau-schwarz gefärbt…

…Ein anders Paket enthielt für Hans einen mittelblauen Anzug mit Knickerbocker- Hose. Er wärmte sehr gut, denn er war aus einem festen Wollstoff genäht, aber er kratzte fürchterlich.
2 weiße Wolldecken gelangten in zwei verschiedenen Paketen nach Berlin. Eine davon  sollte dunkelblau, die andere dunkelgrün gefärbt werden. Sofort tauchten viele Fragen auf. Wer kann Stoffe färben, sind die Farben waschecht und nicht zuletzt kommt die Decke nach dem Färben auch zurück? Wir bekamen sie zurück…

 

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